ASDPC und die Verschlüsselung ... wieder eine Warum-Frage

Fehler und Verbesserungen im Austausch zwischen Schild-NRW und ASDPC32.

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sbrando
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Re: ASDPC und die Verschlüsselung ... wieder eine Warum-Frage

Beitrag von sbrando »

Lieber Herr Hagel,
als Informatiklehrer werde ich Ihnen jetzt mal einen Crash-Kurs in Sachen Datensicherheit und Kryptographie geben:

Das von Ihnen benannte AES-Verfahren (auch Rijndael-Algorithmus genannt) ist ein sogenanntes symmetrisches Verschlusselungsverfahren bei dem zum Ver- und Entschlüsseln der gleiche Schlüssel zum Einsatz kommt (vereinfacht also: Text + Schlüssel = Chiffrat und Chiffrat + Schlüssel = Text).
ASDPC dagegen benutzt ein sogenanntes asymmetrisches Verschlüsselungsverfahren. Bei solchen gibt es Schlüsselpaare, die aus einem privaten (engl. private oder secret Key) und einem öffentlichen (engl. public Key) Schlüssel bestehen. In der Regel lassen sich beide zum Ver- und Entschlüsseln verwenden, allerdings benötigt man zur Umkehrung der Verschlüsselung zwingend den anderen Schlüssel des Paares.
Nun zur Sicherheit: Bei einem symmetrischen Verfahren muss man sicherstellen, dass der zum Ver- und Entschlüsseln benutzte Schlüssel nicht in fremde Hände fällt, da dann die Daten nicht mehr sicher sind. D. h. man benötigt für ein solches Verfahren wiederum ein Verfahren zum sicheren Schlüsselaustausch (z. B. eine Verschlüsselung der Übertragung des Schlüssels mittels eines asymmetrischen Verfahrens).
Die direkte Verwendung eines asymmetrischen Verfahrens umgeht diese Problematik, da beide Kommunikationspartner lediglich ihre öffentlichen Schlüssel austauschen müssen. Diese kann auch jeder kennen, da diese nur zum Verschlüsseln zum Einsatz kommen (Ausnahme: Signieren von Nachrichten, aber das ist eine andere Fragestellung) und daher nicht zum Entschlüsseln benutzt werden können. Deren Übertragung muss insofern nicht abgesichert werden. Will man nun mit dem Gegenüber kommunizieren, muss man die Nachricht nur mit dessen öffentlichen Schlüssel verschlüsseln und kann sich sicher sein, dass nur der korrekte Empfänger, der als einziger den passenden privaten Schlüssel besitzt, diese wieder entschlüsseln kann.

Mit kommt das Prinzip der asymmetrischen Verschlüsselung insofern gar nicht veraltet vor, insbesondere da die über ASDPC zu übertragenden Daten durchaus als höchst sensibel angesehen werden können und somit eine hohe Datensicherheit verdient haben.

Übrigens: Das bekannteste asymmetrische Verfahren ist RSA, das bereits 1977 vorgestellt wurde und heute mit entsprechend langen Schlüsseln immer noch als sicher gilt. Das haben die wenigsten symmetrischen Verfahren geschafft.
LG S. Brando
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Frodermann
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Re: ASDPC und die Verschlüsselung ... wieder eine Warum-Frage

Beitrag von Frodermann »

Beim asymetrischen Verfahren entfällt auch der Kopfschmerz des Passwortaustauschs über... welche sicheren Kanäle?
  • IT.NRW hat den eigenen Privaten Schlüssel und alle haben den Öffentlichen Schlüssel von IT.NRW. Damit kann IT.NRW alles lesen, was an sie geschickt wird - verschlüsselt.
  • Auf der anderen Seite hat die Schule den eigenen Privaten Schlüssel und IT.NRW hat den öffentlichen Schlüssel der Schule. Damit kann die Schule alles lesen, was an sie geschickt wird - verschlüsselt.
Es muss somit nicht für jede Schule ein Passwort generiert werden, dass irgendwo zentral (!) bei IT.NRW im Klartext vorliegt, das dann an alle Schulen auch sicher - per Telefon? - verteilt wird und wenn eine Schule das Passwort verliert (den Schlüssel) generiert sie einfach ein neues Schlüsselpaar und schickt IT.NRW den Öffentlichen Schlüssel zu.

Außer, dass ASDPC veraltetet aussieht, entspricht das Verfahren dem Standard und auch ein "schönes" Programm würde im Hintergrund nicht anders funktionieren. Außer, dass vielleicht ein einfacher Knopf direkt die Email an IT.NRW mit dem neuen Schlüssel/der Statistik verschickt.
mit freundlichen Grüßen
Felix Frodermann
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Re: ASDPC und die Verschlüsselung ... wieder eine Warum-Frage

Beitrag von GE Schwerte »

T.Hagel hat geschrieben: Freitag 7. Juni 2024, 16:14 [...] über 290 städtischen Schulstandorten [...]

Stellen Sie sich doch einfach mal vor, dass nach einem Sicherheitsupdate nach den Sommerferien ASDPC nicht mehr läuft.
Ja, und?
NRW hat z.Zt. 5397 Schulen, dann fehlen in einem Jahr halt 290 davon in der Statistik, gerade mal 5 Prozent.
Das wird an den Werten nicht viel ändern.

Die Erfahrung die ich in den letzten 20 Jahren mit ASDPC gemacht habe ist folgende:
Die Schulen bemühen sich so gut es geht, brauchbare Daten einzugeben. Dann führt man
eine Datenprüfung in ASDPC durch und erhält viele rote Zeilen.
Jetzt kommt die "kreative Phase" und man erfindet solange Daten, bis alles grün ist.

Ein Statistik hat auch immer Unschärfen.

Wenn's halt in einem Jahr nicht klappt, haben Sie ein Jahr Zeit, den Fehler zu suchen.
Und evtl. motiviert ein solcher Ausfall dann auch das Ministerium, Geld für ein ADSPC-Update bereitzustellen.
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